• Ellen Kuhn und J. Materna

Kapstadt - Facetten, Farben, Faszination


Kapstadt hat viele Gesichter und mit jedem Besuch verändert sich das, was man selbst wahrnimmt. Von Mal zu Mal sind es weniger die spektakulären und berühmten Highlights, die einen berühren, sondern immer mehr die versteckten Kleinode, die einem "off the beaten tracks" begegnen, all die kleinen Dinge in unbekannteren Ecken. Oder die kurzen Kontakte und die oft tiefsinnigen Gespräche mit den Einheimischen. Oder das Gespür für das sich immer wieder neu erfindende Licht, in das diese herrlichen Landschaft getaucht wird, und für die sich damit verändernden Farben und Emotionen. Oder der immer neue Genuss kulinarischer Highlights, die in dieser Dichte weltweit einmalig sind. Oder, oder, oder… Die Liste könnte unendlich fortgeführt werden und dennoch könnte sie immer nur unvollständig und sehr subjektiv sein. So auch die folgende Aufzählung unserer Highlights.


Essen und Trinken wird in und um Kapstadt ganz groß geschrieben. Kein Wunder, wenn man bedenkt, dass hier nicht nur einige der weltbesten Restaurants und Küchenchefs versammelt sind, sondern auch weltbekannte Weine angebaut werden. Beginnen wir also mit einer kleinen Auswahl.


Restaurant-Tipps

Bei dem unglaublichen Angebot an hochqualifizierten Restaurants in und um Kapstadt ist es schwer, herauszuragen. Dem Foxcroft in Constantia gelingt das zweifelsohne. Es belegt hierbei aber auf jeden Fall einen Spitzenplatz. Eine enorm kreative Küche mit feinsten Zutaten. Frisch bis ins kleinste Detail. Geschmacklich bis zur ultimativen Perfektion aufeinander abgestimmt. Angenehmes Timing der Menü-Folge, auf Wunsch begleitet von erlesenen Weinen. Dazu ein passender, freundlicher, zugewandter und kompetenter Service, der keinerlei Wünsche offen lässt. Das leicht fabrikartige Ambiente kontrastiert zur exquisiten Kulinarik.

Sich im Bobo’s zum Lunch niederzulassen, bedeutet alles loszulassen. Vielleicht nutzen gerade deshalb viele Einheimische auch ein Lunch in der Mittagspause, um hier Abstand zu gewinnen. Helle, freundliche Umgebung, durch die riesigen Panorama-Fenster oder von der Terrasse Blick auf das Meer bis Robben Island, die hellen Farben des Aussen spiegeln sich im Innen wieder. Gechillte Musik, ausgezeichnete Menü-Auswahl mit immer wieder sehr guter Qualität, sehr freundlicher Service. Das größte Problem - man will nach Essen, Wein und abschliessendem Kaffee nicht mehr gehen....

Es gibt rund um Kapstadt und vor allem in den Regionen Constantia, Franschhoek und Stellenbosch eine Vielzahl hochwertiger Weinfarmen mit erstklassigen Restaurants, Das Boschendahl Wine Estate ist auf jeden Fall unter den Top-Locations anzusiedeln. Eine wunderschön gepflegte Anlage, ganz viel Grün mit altem Baumbestand, alles ist mehr Park als Weingut. Wie schön, dass in diesem Teil der Farm Picknick möglich ist, manchmal sogar mit Live-Musik, wie an dem Tag, als wir dort waren. Herzhaftes gibt es im Deli, das sehr an einen deutschen Biergarten erinnert. Wenn man an all dem vorbeiflaniert ist, kommt man ins hochwertige Werf Restaurant, das erlesene Menüs anbietet. Der Wintergarten-ähnliche Innenbereich ist hell und freundlich, die Aussenterrasse erlaubt einen Blick auf den hauseigenen Gemüse - und Kräutergarten. Speisen und Getränke hervorragend, sehr guter Service und das in perfektem Surrounding - was will man mehr.

Ein rund um Kapstadt herausragendes Restaurant in Stichworten: Sehr guter Service. Hervorragende Qualität der Speisen, saisonale und regionale Ingredienzien. Traumhafter Blick über die Weinreben und das Bergpanorama. Sehr schönes Ambiente, geschmackvolle, warme Töne, sehr harmonisch zusammengestellt. Allergien und Wünsche, die im Vorfeld per Mail angefragt wurden, waren vor Ort präsent und wurden von allen berücksichtigt. Ein vegetarisches 3-Gänge-Menü wurde wegen der Nahrungsmittelunverträglichkeit nicht nur durch Weglassen passend gemacht, sondern die Komponenten wurden im Gesamtkonzept neu balanciert.

Früher war das Beyond noch ein Geheimtipp, hat sich aber zurecht schnell ganz nach oben katapultiert in der Hitliste der Restaurants in und um Kapstadt. Da gehört es hin.

Nur einen Katzensprung von Kapstadt City entfernt findet man sich auf einmal in wunderschönem, kolonialem Stil wieder. Die Atmosphäre des gesamten Gutshofs ist gehoben, aber doch locker und entspannt. Sowohl der Aussenbereich als auch die Innenräume sind sehr geschmackvoll und gemütlich gestaltet und die Kunst an den Wänden lädt zum Staunen und Sinnieren ein. Speisen und Getränke sind ebenso hochwertig wie der Service. Also alles in allem ein Ausflug, der sich unbedingt lohnt.

Wer so viel isst und trinkt, sollte sich vielleicht auch etwas bewegen. Auch hierfür gibt es viele Optionen.


Ausflug-Tipps.

  • Robben Island

Mehr als 3000 Gefangene waren es über all die Jahre, die überwiegend über viele Jahre hier inhaftiert waren. Natürlich ist Häftling 466/64 - Nelson Mandela - der berühmteste. Dass Robben Island aber deutlich mehr ist als Nelson Mandela, haben wir in diesem Blogbeitrag gesondert gewürdigt.

  • Zu Fuß hinauf auf den Tafelberg

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, nicht den höchsten, aber einen der berühmtesten Berge der Welt zu besteigen. Wir sind die Strecke hinauf zum Tafelberg schon wiederholt über den Platteklip Gorge-Hike gegangen. Der Einstieg ist an der Tafelberg Road, wenn man an der Talstation der Cable-Bahn vorbei und etwa fünf Minuten weiter fährt. Eine Reihe parkender Autos links und eine kleine Holzhütte rechts weisen auf den Beginn des Trekking Trails rechts hin. Über die Jahre hat man den Wanderweg nach oben etwas verbessert, dass heisst, durch Draht-Stein-Ränder teilweise trittsicherer gemacht. Auch die Steinstufen wurden hier und da gangbarer gemacht. Was aber bleibt, ist, dass man sich auf 1,5 bis 2 Stunden extremes Treppensteigen einstellen muss. Es gibt so gut wie keine flachen Wegstücke zur Erholung. Die Anstiege und auch die Felsstufen sind teilweise so hoch, dass man unter Zuhilfenahme der Hände und Arme klettern muss. Wichtig ist ausreichend Wasser und Sonnenschutz. Zudem sollte man im Sommer eher morgens bis spätestens 10 Uhr starten oder am späteren Nachmittag um der Hitze im Hang aus dem Weg zu gehen.. Auf keinen Fall ist die Strecke bei Regen zu empfehlen, da die Steine dann gefährlich glatt werden. Kommt man oben an, ist die Belohnung gigantisch - was für ein Ausblick! Er versöhnt für alles. Ganz fitte Kletterer steigen nach einer Pause wieder ab, andere gönnen sich die entspannte Abfahrt mit der Bahn mit Rundumblick aus der sich drehenden Panorama-Kabine.

Also ein echtes Highlight, allerdings sollte man wissen, was einen erwartet - kein Spaziergang.

  • Geführte Tour durch ein Township.

Ein Erlebnis der besonderen Art und in jedem Fall empfehlenswert. Ehrlicherweise wussten wir vorher gar nicht ganz genau, was es damit auf sich hat und was uns erwarten würde. Unsere eigenen bewegenden Emotionen und intensiven Erfahrungen haben wir hier ausführlich geschildert. Unbedingt auf die Bucket-List nehmen.

  • Game Drive.

Südafrika ist das absolute Traumland, was Natur und Tierwelt anbetrifft. Allerdings ist man in Kapstadt doch ein Stück entfernt von den berühmten Highlights wie zum Beispiel dem Kruger Nationalpark. Wer aber ein bißchen am Safari-Gefühl schnuppern möchte, ist bei einem Game Drive richtig. Was es damit auf sich hat und wieviel Abstand man von einem Nashorn halten sollte, erfahren Sie hier.

  • Und natürlich - der Trip zum Kap der Guten Hoffnung.

Es gibt jede Menge Anbieter, die die Fahrt als Gruppenerlebnis gestalten. Sicher schön, aber unseres Erachtens ist die Fahrt mit dem eigenen Mietwagen (vielleicht auch nur für diesen einen Tag) die bessere Alternative. Immer und überall anhalten zu können, die Zeit nach eigenem Gutdünken einzuteilen und den vielen Ah’s und Oh’s nachzugeben, die einem unterwegs die Landschaft entlockt. Anhalten, staunen, Fotos machen, einfach dasitzen. Wir empfehlen ab Kapstadt eine Runde im Uhrzeigersinn. Hier nur ein kurzer Abriss von dem, was auf der Strecke liegt.

Muizenberg. Eigentlich ein Vorort von Kapstadt an der False Bay. Berühmt für seine bunten Holzhäuser am Strand.

Boulders Beach. Hier gibt es jede Menge possierlicher Pinguine zu sehen und vor allem zu riechen.

New Cape Point Lighthouse. Die Stichstrasse zum Kap ist mautpflichtig. Viele Besucher unterliegen dem Irrtum, dass der Leuchtturm auf dem Kap steht, das ist aber nicht richtig. Der Spaziergang hoch zum Turm ähnelt zu manchen Zeiten einem Pilgerpfad.

Cape of Good Hope. Dies liegt westlich vom Leuchtturm und kann ebenfalls zu Fuß erreicht werden (allerdings einfache Strecke 20-30 Minuten). Einfacher ist es, wenn man wieder ein Stück zurück fährt bis zur Autostrassen-Abzweigung zum Cape of Good Hope. Lohnenswert ist es, ein kurzes Stück die Kap-Felsen zu erklimmen.

Platboom Beach. Noch entlang der Mautstrasse weist ein sehr kleines Schild (nach links) auf diesen Beach hin, der wegen seiner Sandbanken und -verwehungen sehenswert ist. Ein beliebter Spot für Windsurfer und Baboon-Affen.

The Scone Shack. Verlässt man die Maut-Strasse und biegt nach links auf die M65, erreicht man nach einigen Hundert Metern die Abzweigung (nach rechts) zu diesem besonderen Lokal im Shabby Chic. Neben den guten Scones findet man hier vor allem ein Paradies für Kinder mit freilaufenden Tieren und einem Badeteich.

Auch im weiteren sollte man dann nicht auf die M4 zurückkehren, sondern nach Westen über die M65 in Richtung Kommetjie und dann über die M6 in Richtung Nordhoek-Beach fahren. Überall ist der Weg das Ziel.

Capmans Peak Drive. Eine „wie in Stein gemeisselte“ Strasse, die in den letzten Jahren aufwendig restauriert wurde. Sie ist zwar mautpflichtig, aber jeden Rand wert. Viele Parkbuchten geben die Möglichkeit zum Geniessen.

Hout Bay. Ist eigentlich schon wieder ein Ortsteil von Kapstadt. Kann mit einer wunderschönen gleichnamigen Bay und guten Restaurants aufwarten.

Twelve Apostels, Auf den letzten Kilometern auf der Küstenstrasse vor Camps Bay liegt der Table Mountain National Park, dessen Bergkette mit der entsprechenden Anzahl an Erhebungen für die Zwölf Apostel namengebend war.

Legt man seine Rückfahrt auf den späten Nachmittag liegt rechts im Osten das angestrahlte Bergmassiv, während links im Westen die tiefrote Sonne untergeht.


Genug Text? Dann zurücklegen und im folgenden Video-Clip die Stimmung dieser einmaligen Stadt und der Kap-Region geniessen…

Dieser Beitrag wurde nicht gesponsert.


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